Monat: Dezember 2016

Ich will doch nur mal 5 Minuten Ruhe!

Ich will doch nur mal 5 Minuten Ruhe!

Hier sind 5 Minuten Ruhe für Sie. – Auch zum Download°. Für später.  Vor noch nicht allzu langer Zeit hätte mich soviel Ruhe ja völlig verrückt gemacht: Viel zu voller Kopf mit viel zu vielen herum sausenden Gedanken. Falls es Ihnen auch so geht: Hier […]

Die fünf Freiheiten (nach Virginia Satir)

Die fünf Freiheiten (nach Virginia Satir)

Die Freiheit zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist – anstatt das, was sein sollte, gewesen ist oder erst sein wird.   Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke – und nicht das, was von mir erwartet wird. […]

Die Malerpalette oder Wie soll ich Entscheidungen fällen, wenn alles geht?

Die Malerpalette oder Wie soll ich Entscheidungen fällen, wenn alles geht?

Wir leben in Zeiten in denen alles geht. Jede Weltanschauung findet ihre Nische, jede Entscheidung kann Unterstützer finden. Es ist Platz für so ziemlich jede Meinung unter der Sonne. Sie können für alles eine Gruppe, eine Plattform, einen Blog oder eine andere Quelle finden. Selbstpublikation von Büchern und Videos eröffnet jedem die Möglichkeit, die eigene Sicht der Dinge zu veröffentlichen und ein Publikum zu finden.

Wie soll ich Entscheidungen fällen, wenn alles geht?

Wie treffe ich meine Entscheidungen in einer Welt der Meinungsvielfalt? In einer Welt in der die alten Autoritäten an Macht verloren haben, die mir im Zweifelsfall am Sonntagmorgen um 10 erklärt haben, wie ich mich zu verhalten habe.

Eine Antwort darauf ist genauso einfach, wie sie schwierig ist:
Sie fällen Entscheidungen anhand ihres eigenen Wertekanons. Sie orientieren sich an dem, was für Sie zählt und wichtig ist.°

 

Und was hat der Maler damit zu tun?

Maler haben alle Farben zur Auswahl: Zinnoberrot, Indigoblau, Gebranntes Siena, Smaragdgrün, Grasgrün, Schwarz, Weiß, Sonnengelb, ….

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einem Atelier. Einem großen Atelier. Es gibt viele Regale mit Farben: Dosen, Töpfe, Tiegel, Tuben, Flaschen mit Farben. Es gibt mehr Farben als Sie sich je haben vorstellen können. Ein Regal nur mit Grüntönen, ein Regal nur mit Schattierungen von Blau, die ganze Rotpalette ist in einem weiteren Regal. Sie können verwenden, was immer Sie wollen. Und dann stehen Sie vor der weißen Leinwand und müssen eine Entscheidung treffen.  Welche Farben sollen ihr Werk formen? Was holen Sie sich aus dem Regal?

Maler treffen diese Entscheidung wieder und wieder und wieder. Und jeder Maler entwickelt im Laufe der Zeit eine ganz typische Palette an Farben. Es ist eine gewollte Auswahl an Farb- und Stilmitteln. Es ergeben sich typische Beschränkungen eines Künstlers auf bestimmte Farben als Wiedererkennungsmerkmal.  Zum Beispiel beim  “Maler der Farben” – Der Renaissancekünstler Tizian ist bis heute für seine ausgeprägte Farbigkeit berühmt. Er hat sogar einem Farbton seinen Namen gegeben: Tizianrot! http://www.farbimpulse.de/Der-Maler-der-Farben.tizian.0.html

Der Künstler möchte eine bestimmte Wirkung erzielen und verwendet dann die Farben, von denen er weiß, dass er mit ihnen diese Wirkung erzielen kann.

Ist das also alles ganz einfach?

Nicht so ganz. Erinnern Sie sich nochmal kurz an die Situation vor der weißen Leinwand. – Das fühlte sich wahrscheinlich nicht ganz so unbeschwert an.

Die Malerin muss die Angst vor dem ersten Farbauftrag überwinden. Irgendwann hat sie eine allererste Auswahl getroffen. Dann war sie nicht zufrieden mit dem Ergebnis und hat wieder neu angefangen. So entwickelt im Laufe der Zeit ein ureigener Stil. Jede Malerin hat viele kleine Entscheidungen getroffen, die am Ende ihr Werk auszeichnen und unterscheidbar machen. Maler die neue Malweisen in die Welt gebracht haben, wurden häufig angefeindet und aus der etablierten Künstlergemeinschaft ausgeschlossen. Es gab also durchaus ernste Konsequenzen der Farb- und Technikauswahl.

Und wie schafft es der Maler trotzdem, eine Auswahl zu treffen?

Indem er die Angst vor einer „falschen“ Farbauswahl – die Angst vor dem Scheitern – als Teil des kreativen Prozesses annimmt. Indem er weiß, für was er steht oder stehen möchte. Weil es ein inneres Bild des Ergebnisses gibt. Der Künstler hat eine Vorstellung davon, welche  Wirkung erzielt werden soll.

Und außerdem muss die Malerin einfach malen, sonst wird es kein Bild geben. Und damit keinen Ausdruck ihrer Persönlichkeit. Und das ist stärker als die Angst vor der Entscheidung.

Entscheidungen als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und Werte

Was ist Ihnen wichtig? Welche Wirkung möchten Sie mit ihrer Entscheidung erreichen? Welche Farbe soll ihr Lebenswerk haben? Welche Tönung hat ihre Palette?

∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞ ∞

° Sie können sich natürlich auch neue Autoritäten suchen. Eine Instanz finden, die Ihnen wieder ganz genau sagt, was Sie zu tun, zu denken und zu lassen habe.
Es kann dabei nur sein, dass Ihre Gedankenfreiheit eingeschränkt wird. Oder wichtige Aspekte ihrer selbst nicht repräsentiert werden. Aber das ist eine andere Geschichte…