Kannst du dich selbst gut leiden?
Gibt es bei dir auch diese innere Stimme, die sich dauernd zu Wort meldet und dir genau erklärt, was mit dir nicht stimmt? Die dir „die ganze Wahrheit“ über dich auf äußerst unfreundliche Art und Weise um die Ohren haut? – OK! Dann bist du hier richtig!
Mit genau dieser Stimme werden wir uns jetzt nämlich beschäftigen. Denn die innere Kritikerin, diese oft so unerbittliche Richterin hat dich lang genug immer wieder ausgebremst und runtergemacht. Und du hast ihr lang genug geglaubt!
Die innere Kritikerin entmachten
Prinzipiell gibt es drei Möglichkeiten, mit solch nervigen inneren Anteilen umzugehen:
Du greifst an und kämpfst gegen sie, indem du sie zum Beispiel lächerlich machst oder ihr eine piepsige Stimme gibst. Meiner Erfahrung nach funktioniert das vielleicht eine Weile, aber sobald du müde und erschöpft bist, ist die Kritikerin wieder da. Und manchmal stärker als zuvor.
Eine andere Möglichkeit, die ich auch gerne nutze, ist, das Gespräch zu suchen. Gib der inneren Kritikerin einen passenden oder entlarvenden Namen, z.B. so was wie „das Mäkelmonster“ und setze dich damit auseinander, was es zu sagen hat. Du findest heraus, wovor dieser Anteil von dir vielleicht Angst hat. Oder was er von dir will. Du trittst so in einen Dialog mit dir selber. Das funktioniert oft sehr gut und dient deiner Selbsterkenntnis. Trotzdem bleibt die Stimme präsent und manchmal ist sie immer noch sehr machtvoll.
Die dritte Möglichkeit ist, dir eine innere beste Freundin zu erschaffen, die immer auf deiner Seite ist und dich unterstützt. Diese Form der Selbstfreundschaft ist eine gute Ergänzung zum Dialog mit dem „Mäkelmonster“.
Du konzentrierst dich bei diesem Ansatz darauf, eine innere Gegenkraft zur Kritikerin aufbauen, die langsam, aber sicher immer mehr Sprechzeit in deinem Kopf bekommt. Bei starker Selbstkritik stärkst du Anteile in dir, die freundlich und dir zugewandt auftreten. So wie eine gute Freundin eben. Und das ist genau die Idee hinter „Selbstfreundschaft“.
Inhaltsverzeichnis
ToggleWie soll diese beste Freundin mit dir umgehen?
Beim Stärken einer dir zugewandten inneren Stimme kannst du dir aussuchen, wie sie sein soll: Immer super verständnisvoll und Trost spendend? So wie eine kuschelige Großmutter oder ältere Tante, die immer eine Tasse Kakao mit Marshmallows für dich hat und eine Kuscheldecke.
Oder lieber zupackend und ein bisschen frech? So eine coole Freundin mit immer dem richtigen Spruch auf den Lippen, die sich nichts gefallen lässt und dich auch mal in den Allerwertesten tritt, wenn du dich hängenlässt.
Oder irgendetwas dazwischen, je nachdem, was du brauchst.
Du baust diese Art der Beziehung mit dir selbst nach und nach auf, indem du dich und deine Bedürfnisse immer besser kennenlernst. Und mit etwas Übung hast du immer eine Freundin, die auf deiner Seite steht, dich ermuntert und tröstet. Dich unterstützt und dir dabei hilft, gut für dich zu sorgen.
Mehr Mitgefühl und Geduld mit mir selber
Ich habe mich lange Zeit selber mit einem ziemlich brutalen inneren Bullie herumgeschlagen. Und es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich die Idee von „Selbstfreundschaft“ in die Praxis umsetzen konnte. Es ist jetzt nicht so, dass mein Mäkelmonster komplett verstummt ist, aber seine Stimme ist tatsächlich immer leiser geworden. Ich habe mich selber besser kennengelernt und verstanden, dass ich prinzipiell ganz in Ordnung bin und nicht dauernd an mir herumoptimieren muss. So ist jetzt an den meisten Tagen eine geduldige, einfühlsame Stimme vorhanden, die dafür sorgt, dass ich mich ziemlich OK finde und selber möchte, dass es mir gut geht.
Wenn du Lust hast, diese Stimme bei dir zu entdecken und schreibend zu erforschen, wie deine beste, innere Freundin sein könnte, dann melde dich zum ersten Teil der Workshopserie „Selbstfreundschaft“ an.
Termin: Samstag, 26. September 2026 | 14:30 – 17:00 Uhr (mit Pausen)

Claudia